XingWuDao BaGuaZhang

 

 

 

 

 

 

Ba Gua in München – Tai Ji in München – Qi Gong in München

WuDang, Zhang SanFeng und Innere Kampfkunst

 

Die WuDang Berge in der Provinz Hubei genossen schon in sehr frühen daoistischen Tagen und wahrscheinlich schon lange zuvor Verehrung als heilige Landschaft und Residenz der legendären Unsterblichen. Spätestens seit der Jin-Dynastie (265-420 n. Chr) ist historisch überliefert, daß sich Mystiker, Einsiedler, Alchemisten, Weise und andere Sucher nach höherer Wahrheit und Unsterblichkeit hierher zurückzogen, um abgeschieden von der Welt sich ganz ihrem inneren Streben hinzugeben.

War es zunächst die mächtige und fantastisch anmutende Landschaft mit ihren bizarren Höhen, Tälern, Wäldern und Felsformationen, die die Hüter und Suchenden des DAO anzogen, wurden hier in späterer Zeit mehr und mehr Tempel und Klöster errichtet.

Zeitweise war so scheint es der allergrößte Anteil aller sakralen Bauten in China tatsächlich im WuDang versammelt.

Als Begründer des eigentlichen WuDang Daoismus und einer der Unsterblichen und ZhenRen (Wahrer Mensch und Erleuchteter) gilt Zhang SanFeng.

Zhang Sanfeng ist eine legendäre Heldengestalt die unter anderem 960, 1247 und 1279 n. Chr. geboren wurde und nach anderen Aussagen doch nie gelebt hat. Ein Schicksal ganz ähnlich dem von LaoZi also.

Das für die Nachwelt wohl wichtigste Ereignis seines Lebens war wohl – so geht die Mär – jene Begebenheit, als er – nach einigen Versionen tatsächlich, nach anderen in einem Traum - des Kampfes zwischen einem Kranich und einer Schlange gewahr wurde. Die wohl häufigere Version der Geschichte ist die, daß die Schlange den harten, blitzartigen Stößen des Kranichs immer wieder weich, anmutig und fließend auswich, bis der Kranich erschöpft aufgeben mußte. Eine andere Fassung ist die, daß die beiden sprichwörtlich einen ewigen Kampf oder auch Tanz aufführten, wobei das blitzschnelle Zustoßen des Vogels eher die Yang-Bewegungen darstellten, während die fließenden Schlängelbewegungen des Reptils eher die Yin-Bewegungen verkörperten und sie somit gemeinsam das ewige Ineinanderfließen und gegenseitige Sich-Bedingen von Yin und Yang verkörperten.

Wie dem auch sei, aus seiner Vision leitete Zhang SanFeng, so heißt es, die Grundprinzipien der inneren Kampfkünste ab.

So steht im Mittelpunkt der Verehrung des WuDang Daoismus die Gestalt des Wahren Kriegers (Zhen Wu).

Ob Zhang SanFeng tatsächlich der Begründer der Inneren Kampfkünste, wie wir sie heute kennen, allen voran die „Großen Drei“ BaGuaZhang, XingYiQuan und TaiJiQuan, ist, läßt sich bei einer Gestalt, die vielleicht gar nicht existiert hat, natürlich nicht mit letzter Sicherheit sagen...

Doch treffen wir hier einmal mehr auf den Unterschied zwischen historischen Tatsachen und Innerer oder Höherer Wahrheit.

Denn wer eine der inneren Kampfkünste von innen erlebt, ihre äußere Form mehr und mehr durchdringt, ihre Essenz verstehen lernt und sie so beginnt allmählich selbst zu verkörpern, der realisiert ohne Zweifel, wie nicht nur die daoistischen Weisheiten und Prinzipien in seiner Kunst auffindbar ist, sondern wie wahrhaftig die höheren Gesetzmäßigkeiten des DAO und damit des Daseins selbst sich beginnen in seinen Bewegungen, seiner Energie, seinen Wahrnehmungen und seinem Geist auszudrücken.

Nicht nur erfährt er, daß Bewegung in der Tat unendlich ist, das Fülle und Bedarf, Spannung und Entspannung, laden und entladen, vorrücken und zurückweichen, aufnehmen und abgeben, öffnen und schließen, hart und weich, explosiv und sanft fließend, wie auch alle anderen Polaritäten sich ewig gegenseitig bedingen und ausgleichen, daß wahre Kraft in wahrer Entspannung ruht und so fort.

Er wird auf eine Art tatsächlich zur authentischen Bewegung des Daseins, zum ewigen schöpferischen Tanz in all seiner Macht und Pracht und Fülle und Weisheit.

So mögen BaGuaZhang, TaiJiQuan, HsingYiQuan und all die anderen subtilen Künste wo und wann immer entstanden sein, der innere Geist von WuDang und die Weisheit und Tugend (WuWei) des DAO leben doch in ihnen, zumindest für jene, die für diese Dinge sensibel sind.

Und auch der Geist von Zhang SanFeng, ob, wie und wann er nun tatsächlich gelebt hat oder nicht...