XingWuDao BaGuaZhang

 

 

 

 

 

Ba Gua in München – Tai Ji in München – Qi Gong in München

Dong HaiChuan

Ins zumindest dämmrige Licht der (weitgehend) akzeptierten offiziellen Geschichte tritt BaGuaZhang erst mit der Gestalt von Dong HaiChuan, der am 13. Oktober 1797 (oder 1813...) im Dorf Zhu, in der Region Wen'an, Hebei Provinz, China und starb am 25 Oktober 1882 in Beijing.

Dong scheint schon mit jungen Jahren intensiv die Kampfkünste der Region trainiert zu haben, wahrscheinlich von Shaolin inspirierte Künste, welche bereits die offene Hand vor der Faust betonten. Die Armut seiner Familie, wie der Region trieb ihn wohl um die Mitte des 19. Jahrhunderts von zuhause fort. Die folgenden Jahre sahen in wandernd und herumziehend, oft ohne Geld und in Konflikt mit der Obrigkeit (manche sagen, daher, daß sein Name Dong, der Flüchtige bedeute). Doch scheint er ununterbrochen sein Studium der Kampfkünste fortgesetzt zu haben und irgendwann auf Daoisten getroffen zu sein, die eine Form von möglicherweise von Gesängen begleitetem Kreislaufen als Weg zur Erleuchtung praktizierten und ihn womöglich auch mit den Inneren Daoistischen Kampfkünsten in Kontakt brachten (was aber auch zu einem anderen Zeitpunkt stattgefunden haben mag). Dong kombinierte sowohl die Bewegungsabläufe des kreisförmigen Schreitens, als auch die ungemein zentrierende,in die Tiefe gehende, meditative Wirkung dieser Praktik mit den Prinzipien und Techniken jener Kampfkünste, welche er in seiner Kindheit und während seiner Wanderschaft erlernt hatte, um jene einzigartige Kunst zu erschaffen, welche er zunächst Zhuan Zhang, „Drehende Hände“ nannte, bevor er begann die Systematik der Acht Himmelszeichen (Trigramme) des Yi Jing, des uralten daoistischen Klassikers der Wandlungen, in welchem die gesamte Kosmologie auf Basis des binären Zahlencodes niedergelegt ist, auf seine Kunst anzuwenden und diese in BaGuaZhang umbenannte.

Die Linie

Auf Dong folgten seine Schüler. Weil er nun ausschließlich Schüler akzepierte, welche bereits in mindestens einer Kampfkunst so etwas wie Meisterschaft erlangt hatten, begann BaGuaZhang bereits in der zweiten Generation viele verschiedene Gesichter zu entwickeln. Dongs wichtigste Schüler waren vermutlich Yin Fu, Ma WeiChi, Shih ChiTung, Cheng Tinghua und Liang ZhenPu.

Aber beginnen wir an der anderen Seite. Der Stil von BaGuaZhang, den wir gemeinsam üben, könnte man als Montaigue-(oder MoonTaGu) Stil bezeichnen, denn er geht auf Erle Montaigue (1940 -2011) zurück, den ersten Nicht-Chinesen, der in China einen Meisterbrief erhielt und dort Chinesen im Taijiquan unterrichtete. Im Mai 1985 durfte Erle als erster Nicht-Chinese am All China National Wushu Tournament teilnehmen und sein Taijiquan präsentieren. Erle praktizierte und unterrichtete auch TaiJiQuan (alter Yangstil). Sein wichtigster Lehrer hier war Chiang Yiu-Chun, der ein direkter Schüler von Yang Shaohou war. Doch sein direkter Lehrer in BaGuaZhang in HongKong war HoHoChoy (He KeCai), der ein Schüler von Gao Yisheng (1866–1951) war, welcher wiederum ein Schüler von Cheng Tinghua (1848-1900) war, der einer der ersten (wahrscheinlich der vierte) Schüler von Dong HaiChuan selbst war.

Für jene, denen diese Dinge wichtig sind, könnte man also sagen, daß Erle die 5. Generation BaGuaZhang verkörperte. Den Montaigue-Stil könnten wir als Unterstil des HoHoChoy-Stil bezeichnen, welcher ein Unterstil des Gao-Stil ist, welcher selbst ein Unterstil des Cheng-Stil ist.